
„Nur wir kümmern uns… alle andern doof.“ Das ist die zentrale Aussage der Wahlpositionierung der Parteien aktuell und das ist auch das grundsätzlich Verständnis, wie berichtet wird. Nur mit der oder jeder Partei sei ein Thema gut platziert. Die Bürgerinnen und Bürger nehmen es ganz anders wahr und zweifeln schon jetzt, einen Tag nach dem Start der Plakate in der Stadt, gewaltig. Nicht nur an den Versprechen, mit wem die Welt gerecht, reich, die Arbeitslosigkeit gering und die Umwelt endlich gerettet wird, sondern inzwischen WISSEN sie auch, dass keine Partei, keine Kandidatin das für sich allein wird lösen können, weder bei komplexen Themen – aber auch nicht bei einfachen.
Als ich 2011 hier im Bezirk gestartet bin, steckte den Leuten noch der Abriss der Kitas und Schulen in den Knochen. Am Ende 1989 gab es 100 Kitas, 20 Jahre später 67. Und nun: sollten diese 20 Jahre schnell wieder umgedreht werden. Neubau, neue Konzepte, während im Siedlungsgebiet die Grundstücke durch die Eigentümer geteilt wurden und schon die Steine errichtet wurden, mussten Grundstücke gefunden werden, Verträge gemacht und mussten Kitaträger anfangen zu planen und zu bauen. Richtig Schwung nahm das auf erst nach Klärung aller Fragen und dann auch nur, weil viele Partner dabei waren und die Themen auch von allen voran getrieben worden sind.
Es ist nicht unredlich zu sagen, dass politischer Druck aller Parteien ein Thema voran bringt, dass Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind, weil sie die Parteien anschieben, dass Interessen in der Gesellschaft verteilt sind und deshalb keine Partei das Klima retten wird können oder die Stadt alleine führen. Wir brauchen Zusammen – Halt und müssen auch gemeinsam Projekte voran bringen. Insbesondere in der Kommunalpolitik habe ich die letzten 10 Jahre diese Erfahrung ganz deutlich machen können. Es war eben nicht nur EINE Partei bei der Veranstaltung, sondern meist alle demokratischen Parteien vertreten bei den wichtigen Events, auch wenn in den sozialen Medien der eigenen Partei der Eindruck erweckt wird. Wir als Linke sehen uns im Auftrag, wir sind da, präsent und mit konkreten Themen. Aber wir sind nicht allein und konnten vieles ganz selbstverständlich deshalb lösen, weil weitere Partner und auch die Kolleginnen im Bezirksamt an unserer Seite waren.
Politik im Wahlkampf wird als Gegeneinander inszeniert.
Politik im ALLTAG ist dringend benötigtes Miteinander, was Vertrauen, Unterstützung und auch praktische überparteiliche Lösungen braucht. Das werden einige bis zum 26. September 2021 vergessen, aber ich bin sicher, wir brauchen es anschließend sofort wieder.