9. November. Heute mal allein unterwegs. Stolperstein für den kommunistischen Stadtverordneten Gotthard Hoffmann geputzt. Ehrlich gesagt war das noch nie an irgendeinem Ort wirklich nötig.


Immer waren Menschen schon vorher da, hatten die Steine geputzt, hatten Blumen und Kerzen hingestellt. Heute das erste Mal: ich gehe zweimal vorbei am Haus und finde den Stolperstein nicht. Nichts glänzt, kein Licht. Kann das sein? Ich gehe zurück: er ist tatsächlich schwarz und unsichtbar. Also Schwamm geholt und Putzmittel und geschrubbt. Dazu Glas mit Kerze, Rose, jetzt fragt mich eine Frau, worum es hier geht und für wen ich das mache. Für uns, sage ich. Es hat mit und zu tun, wenn wir uns Zeit nehmen zum Erinnern. Wir bleiben kurz stehen und gehen unserer Wege.
