Piccolo Teatro

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ERINNERUNG an Carmen Bärwaldt – am 11. Oktober um 16 Uhr wird im Ausstellungszentrum der großartigen Marzahner Künstlerin gedacht !

🟨 Mit der Ausstellung „Die Welt der Carmen B. – Momente, Sequenzen, Erinnerungen“ würdigt das Ausstellungszentrum Pyramide (Riesaer Straße 94, 12627 Berlin) Leben, Werk und Wirken einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Vor einem Jahr starb die Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin Carmen Bärwaldt im Alter von 74 Jahren – überraschend und viel zu früh. Ihr plötzlicher Tod hinterließ eine große Lücke, insbesondere in der Kulturszene von Marzahn-Hellersdorf, deren engagiertes Mitglied sie war.

Die Ausstellung läuft bis zum 9. November 2025. Sie ist montags bis freitags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt sowie die Teilnahme an allen begleitenden Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Vernissage findet am 27. September 2025 um 18 Uhr statt.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche private Fotografien und Dokumente, die von der Familie zur Verfügung gestellt wurden. Zu lesen und zu hören sind zudem Ausschnitte aus einem vierstündigen Interview, das Carmen Bärwaldt 2022 zu ihrer Mitarbeit am Konrad-Wolf-Film „Busch singt“ gab, in dem sie sich auch ausführlich über ihre Herkunft und Prägung äußerte. Auch historisches Filmmaterial kommt zum Einsatz, so u.a. ein Kurzfilm Carmen B.s von 1995 zur Eröffnung der Galerie „Hellersdorfer Originale“, ihren ersten Beitrag im Kleinen Fernsehspiel im ZDF 1990 oder ein Filminterview, in dem sich Carmen B. 2008 zum Abriss des Palastes der Republik äußerte.

In ihrem Hauptteil verfolgt die Ausstellung den Werdegang Carmen B.s: Als Berliner Arbeiterkind aus dem Friedrichshain der Nachkriegszeit über ein Studium in Leipzig, einen Abstecher ins Arbeitertheater, durch unterschiedliche herausfordernde Aufgaben im Kulturbereich in die faszinierende Welt des Dokumentarfilmes. Eine alleinstehende Mutter, der ihre Arbeit immer Herzensangelegenheit war, ihr Kampf um ein Ankommen in den neuen Verhältnissen nach 1990, der doch immer wieder in die Arbeitslosigkeit führte – der sie wiederum mit kreativen Projekten zu trotzten versuchte.

Der zweite Teil der Ausstellung zeigt drei zentrale Projekte, die jeweils in einem eigenen Raum präsentiert werden. Das erste Projekt ist die über 20 Jahre dauernde Beschäftigung mit Charlotte von Mahlsdorf, die 2016 in das Filmporträt „Sonntagskind“ mündete. Das zweite Projekt umfasst zwölf Zeitzeugeninterviews, die Carmen B. im Rahmen einer Ausstellung über den spanischen Fotomonteur und Maler Josep Renau filmte. Das dritte Projekt ist ein einstündiger Dokumentarfilm über die Künstlerin DESSA, deren Werk sich mit der Kunst des Erinnerns beschäftigt.

Begleitende Veranstaltungen:

Am 11. Oktober 2025, dem ersten Todestag von Carmen B., wird in der Ausstellung mit einer Erinnerungsveranstaltung ab 16 Uhr ihrer gedacht. In der Nacht des 25. Oktober 2025 wird um 18 Uhr das Charlotte von Mahlsdorf – Portrait „Sonntagskind“ gezeigt und 21 Uhr „Busch singt“ von Konrad Wolf. Zum 9. November 2025 kommt um 16 Uhr die Dokumentation „DESSA – Kunst und Erinnern“ zur Aufführung mit anschließender Diskussion mit der anwesenden Künstlerin. Ab 19 Uhr wird die Finissage gefeiert.