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🟩 Der Tagesspiegel berichtet heute über die Glückwünsche für Seniorinnen – “Von Blumenstrauß bis KPM-Porzellan”
So unterschiedlich gratulieren die Bezirke ihren Senioren zum Geburtstag
Zu hohen Geburtstagen oder Hochzeitsjubiläen kommen in Bezirk Ehrenamtliche vorbei. Dazu gibt es ein kleines Präsent. Doch auch hier wird gespart. Beschämend, findet eine Gratulantin.

Von Stefan Jacobs

Ehrenamtliche machen’s möglich: Wer in Berlin einen Geburtstag weit jenseits des 80. feiert oder ein außergewöhnliches Hochzeitsjubiläum begeht, bekommt Besuch, der gratuliert und im Namen von Bezirksamt oder Stadt einen Glückwunsch samt kleinem Geschenk vorbeibringt. Manchmal kommt sogar die Stadträtin persönlich vorbei.

Für viele Hochbetagte ist diese Gratulation der Höhepunkt dieses besonderen Tages. Entsprechend wichtig nehmen ihn die Bezirke, wie eine Umfrage des Tagesspiegels in allen zwölf Rathäusern ergab. Zugleich macht sich der Geldmangel auch in diesem Bereich zunehmend bemerkbar: Budgets wurden trotz der Inflation lange nicht erhöht oder sogar gekürzt. In Treptow-Köpenick war es besonders heftig: Ab sofort stehen fürs Präsent nur noch fünf Euro zur Verfügung statt bisher zehn.

„Nicht nur peinlich, sondern beschämend“ nennt eine der ehrenamtlichen Gratulantinnen das. „Ich habe schon von anderen Ehrenamtlern gehört, dass sie das nicht mehr machen wollen“, berichtet die Frau, die selbst schon Rentnerin ist.

Bei einer Umfrage in allen zwölf Bezirksämtern erweist sich Treptow-Köpenick als Ausnahme. Aber auch anderswo ist das Budget zunehmend knapp. Ein Überblick über die Rückmeldungen.

Treptow-Köpenick
Laut Bezirksamt wird jährlich etwa 8000 Menschen gratuliert – zum 80. und 85. sowie ab dem 90. Geburtstag jährlich. Je nach Wunsch der Jubilare gebe es meist einen Gutschein für Drogerie oder Apotheke – bisher über zehn, jetzt nur noch über fünf Euro. Das Budget seit von 88.000 auf 63.000 Euro gekürzt worden. Geburtstage ab 100 Jahren und besondere Ehejubiläen seien davon nicht betroffen. Ob für 2026/27 noch Mittel zur Verfügung stehen, werde in den laufenden Haushaltsberatungen des Bezirksamtes geklärt. Alles in allem gehe es um 188.000 Euro für zwei Sachbearbeitungsstellen und die Aufwandsentschädigung für rund 350 Ehrenamtliche.

Charlottenburg-Wilmersdorf
Der Bezirk berichtet von etwa 7450 Glückwünschen pro Jahr. Zum 80. gebe es eine Karte, zum 85. sowie ab dem 90. zusätzlich eine Einladung zur Kaffeetafel und als Geschenk „Blumen oder Konfekt etc. bis zehn Euro“. Das Budget sei konstant und solle auch nicht gekürzt werden.

Lichtenberg
In Lichtenberg wird erst ab dem 90. Geburtstag gratuliert – wobei die Ehrenamtler ein Schreiben der Sozialstadträtin und einen Blumenstrauß für sieben bis zehn Euro vorbeibringen. Das Budget sei mit 13.000 Euro konstant.

Marzahn-Hellersdorf

Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) berichtet von 5560 Gratulationen zum 80., 85. und ab dem 90. im vergangenen Jahr. Wenn vom Jubilar gewünscht, komme sie gern selbst mit zum Gratulieren. Das Budget liege bei acht Euro pro Person. Eine inflationsbedingte Erhöhung auf zehn Euro für den Blumenstrauß wäre aus ihrer Sicht „sachgerecht und notwendig gewesen“, aber sei leider bei den Haushaltsverhandlungen nicht realisiert worden. Die acht Euro seien sehr knapp für eine angemessene Ehrung. Ob nächstes Jahr sogar noch gekürzt werden müsse, sei offen.

Reinickendorf
Im Nordwesten wird zum 80., 85. und ab dem 90. Geburtstag jährlich gratuliert. Fürs Präsent nach Wahl – Blumen, Wein, Kaffee, Pralinen – stünden 8,50 Euro bereit. Ab dem 100. könnten die Jubilare zwischen einem Blumenstrauß oder einer von der Bezirksbürgermeisterin überreichten Pflanzenschale wählen. Zusätzlich gebe es vom Regierenden Bürgermeister 50 Euro oder KPM-Porzellan im Wert von etwa 70 Euro. Das Bezirksbudget liege bei 22.000 Euro pro Haushaltsjahr.

Mehr und alle Bezirke: https://www.tagesspiegel.de/berlin/von-blumenstrauss-bis-kpm-porzellan-so-unterschiedlich-gratulieren-die-bezirke-ihren-senioren-zum-geburtstag-14005094.html?bezuggrd=CHP&utm_referrer=newsletter&utm_source=cp-vollversion