🖤 Ein weiterer Abschied: Auf dem Friedhof Marzahn wurde heute die großartige, ganz und gar einmalige Carmen Bärwald im Kreis von vielen Weggefährten, Künstlern, Kulturpolitikern, Mahlsdorfern und natürlich der Familie verabschiedet. Berührende Worte sprach ihr Sohn, der den Schmerz und Verlust für die Familie zu fassen versuchte.
Viele hier kennen die Filmemacherin, die mit ihrem Gefährten Jörg Probst in Marzahn wohnte und zu fast jeder Ausstellungseröffnung, Lesung oder Kulturdebatte vor Ort war. Ihr Film „Sonntagskind“ über Charlotte von Mahlsdorf hat sie jahrelang beschäftigt, bis der Streifen dann 2016 fertig gestellt und präsentiert wurde im Gründerzeitmuseum. Sie war kritische Intellektuelle und Mahnerin und hatte einen guten Blick für Ungerechtigkeit und Zumutungen des Kapitalismus, was die Schwachen betrifft und jene, die anders sind, die nicht in die Verwertungsstrukturen reinpassen. Sie verfolgte den Bezirk, gab auf jede Email ein Feedback, war dankbar und einfühlsam wie nur wenige. Fast allen ist ihre unglaubliche Zuwendung in Erinnerung, nie kam sie zu einer Veranstaltung ohne eine Rose, ohne ein kleines Buch, etwas zum Vordenken. Dies dann immer liebevoll verpackt, mit ein paar Zeilen, persönlich und genau treffend – auch wenn wir uns „nur“ auf einen Kaffee getroffen haben. Wir werden Dich, Dein Lachen, Deine Tipps sehr, die Briefe und Umarmungen sehr vermissen !

🖤 Statt Bildern vom Grab gibt es hier Erinnerungen, Carmen am elektronischen Klavier im Gründerzeitmuseum, bei der Ausstellungseröffnung mit Blumen für Kollegin Christel Bachmann, mit Regina und mir im Schloss Biesdorf.

Eine Abschiedsveranstaltung ist für 2025 im Ausstellungszentrum Pyramide geplant, wenn die Trauer sich gesetzt hat und wir ihr liebevoll gedenken können.
Mit Regina Kittler, Carolina Winkler, Ute Thomas, Detlef Pusch und vielen mehr.
