🟧 Vor Ort in Marzahn Nord West beim Stadtteilzentrum: noch immer spielt der Umgang der Deutschen Bahn mit der lange Zeit als Angstbrücke definierten Fußgängerbrücke über die Bahn eine große Rolle. Gleich zu Beginn zeigen uns die Mitstreiter die großen Löcher im Glas, hier habe neulich jemand aus dem Innenraum heraus auf die Passage mit mehreren Metern Fallhöhe einen großen Stein geworfen. Aber auch der Gesamtanblick der S-Bahn Station bietet immer wieder Anlass für Beschwerden. Der Eindruck „Nach 15 Jahren immer wieder Aktivitäten mit Malaktionen, Sauberkeitsfesten der Nachbarschaft, Schreiben an Bahn und Besuchen der Politik kann man schon sagen, die Bahn hat uns vergessen.“ Dem kann man kaum etwas entgegen setzen, denn wie viele Neustartversuche es auch immer gab, wirklich das Thema angefasst hat die Deutsche Bahn nicht. Da sind andere Projekte wichtiger. Auch die Situation hier in der Passage ist weiterhin unbefriedigend, jedes Jahr steigt die Miete, aber die Rahmenbedingungen für das kleine Stadtteilzentrum, den KIEZTREFF, sind nicht besser geworden. Von Puff bis Leerstand ist alles dabei in der Nachbarschaft, was das Land mit der baulichen Ruine macht, dem alten Bahnhof, bleibt auch im dunkeln. Räumlich gibt es aber kaum Spielräume für Alternativen.
Viele Besucher hält das nicht ab, sie kommen desungeachtet, wie Leiterin Bärbel Kramer und ihr Team berichten. Im Mittelpunkt steht hier auch die Nachfrage durch die Senioren, die meisten schätzen, wie Frau Baumann ergänzt, die Gemütlichkeit und das Miteinander, den Kaffee und die Kultur. Seniorenkultur, gemeinsame Literatur, Lesungen eigener Arbeiten und Musik sind immer wieder gern besuchte Bausteine der Stadtteilarbeit, binden auch neue Nachbarn ein und schaffen Zusammenhalt. Eng ist die Kooperation mit der Howoge, die hier große Bestände in Marzahn Nord West hat und die mit Schiffahrten gern die Bewohner und damit auch das Stadtteilzentrum unterstützt. Auch wenn die Küche hier – immerhin ist der Standort ein ehemaliges Restaurant – eine warme Mahlzeit rechtlich hergibt und es während der Aktionen vom Netzwerk der Wärem auch möglich war, das zu realisieren, ist derzeit der Mittagstisch auch mangels passenden Personals abgesagt. Wer hier mit sozialen Anliegen kommt, wird gut beraten und an die verschiedenen dafür geeigneten Beratungsvereine weiter geleitet, da bald der Berater für Schulden in den wohlverdienten Ruhestand geht, ist jetzt schon Sorge, dass das dann eine Lücke ergibt. Zwei ausführliche Stunden Austausch, die ich mit Frau Moncorps und Frau Schlüssler während der #Sommertour zu den Stadtteilzentren wahrgenommen habe, die nochmal viele Themen von Barrierefreiheit bis Sicherheit, von Wohnungstausch bis zur Einsamkeit aufgenommen haben. Vielen DANK !

