
Es ist eine Geschichte vom Sommeranfang, als es diese Bilder von Menschen, die aus Flugzeugen stützen, noch nicht gab, als das deutsche Außenministerium noch gar nicht ans Einschätzen von Lagen dachte und sich auch noch nicht geirrt hatte. Als ich beim Autohändler meines Vertraues in Biesdorf war und dieser mir schilderte, wie schwierig es ist mit gutem Personal, man niemand finde und die Arbeit nicht zu leisten sei, die Zukunft schwierig. Umso verwunderlicher sei es, dass in den Unterkünften doch vielleicht junge Menschen seien, die aber schwer erreichbar sind und ob ich denn helfen könne. Als Mitglied der Trägerversammlung unseres Jobcenters hatte ich schnell den Kontakt hergestellt. Ende Juli gab es einen Termin, wo junge arbeitslose Menschen sich vorstellen konnten. 2 davon, ein junger Mann aus dem Irak und einer aus Afghanistan, konnten mit fachlicher Kenntnis der Autowelt überzeugen und erhalten jetzt vom Unternehmen einen Ausbildungsvertrag. Es war für mich eine sehr schöne Nachricht, zumal sie mich parallel vom Autohaus und von der betreffenden Kollegin aus dem Jobcenter erreichte. Das man als Politikerin ein Feedback erhält zu einer Bitte, wenn es gut klappt, ist nicht selbstverständlich. Ich weiß das zu schätzen, wenn Unternehmen, Projekte, Bürger nicht nur adressieren, sondern auch den Kontakt halten. Mich hatte diese Nachricht sehr berührt.
Auch wenn wir nicht allen helfen, dann wenigstens zwei. Denke ich.
Nach dem Sieg der Taliban gibt es wieder viele Afghanistan Kenner, die genau wissen, was zu tun ist. Das ist auch gut so. Gestern habe ich mich in der BVV aber nochmal persönlich bei Klaus-Jürgen Dahler bedankt. Er ist in meinem Freundeskreis der einzige, der kontinuierlich das letzte Jahre jeden Tag gemahnt hat, sich gegen Abschiebung ausgesprochen und: er ist ein wirklicher Macher, der jeden Tag, auch seit Jahren, Menschen aus Afghanistan unterstützt, betreut, berät, Übersetzer organisiert und zuhört.
Es können auch nicht alle helfen, aber wer es kann, der sollte an seinem Platz nicht zögern.
Foto: Ben Herói Wuhletalbrücke