
Zu den Urängsten der Kulturakteure gehört, sie könnten eingespart, weggespart werden, einfach dem alten Vorrang „Brot zuerst“, also dem wirtschaftlichen Aspekten unterlegen sein, in der Menschen erst einmal einen vollen Bauch brauchen, um Kultur zu genießen – oder die Kommune alle Pflichtleistungen erfüllt haben, um Kultur zu bezahlen. Und in der Tat: als ich hier in Marzahn als Kulturstadträtin gestartet bin, stand auch sofort der Abriss der Galerie M auf der Tagesordnung. Die degewo hatte dies schon angekündigt und in wenigen Tagen musste ein Alternativstandort gefunden werden. Marzahner Promenade 46, ein Laden, war die schnell von der degewo ausgemachte Lösung.
Schöne Erlebnisse, tolle Ausstellungen folgten.
Dann ein zweiter Einschnitt: die Kommunale Galerie zog ins neu errichtete Schloss Biesdorf und die „Neue Kunst Initiative Marzahn-Hellersdorf“ wurde hier verortet und veranstaltet regelmässig Ausstellungen der Künstlerinnen und Künstler. Wir haben zweimal retten müssen und mit schwierigen Lagen umgehen. Wir haben uns immer auch darauf konzentrieren müssen, was möglich, umsetzbar ist und wir wir Kunst im Stadtteil sichern, verteidigen konnten.
Für mich ist wichtig, die Bewegungen der Stadt auch aufzunehmen in die politische Arbeit, Trends und Herausforderungen zu erkennen und schnell zu entscheiden. Kultur und auch die, die sie genießen – all das ist im Umbruch, auch durch die Pandemie. Danke an unseren Kultursenator Klaus Lederer, der hier vorbei schaut und bei all den Debatten immer ein enger und respektvoller Begleiter ist.
